Kulinarische Rituale von Reis bis Sake

Das Essen gehört in Japan zu den Höhepunkten eines Tages. Serviert werden meist alle Speisen gleichzeitig, mehrere Gänge gibt es in der japanischen Tradition nicht. Eine klare Suppe in einer Schale mit Deckel macht meist den Anfang. Daneben gibt es Appetithappen wie Sashimi oder Sushi. Das Herzstück eines Menüs bilden mehrere kleine warme Hauptgerichte mit zwei bis drei Beilagen (Gemüse, Salat oder Eingelegtes) – zusammen mit einer Schale gedämpftem Reis und grünem Tee. Die Beilagen werden meist auf viele kleine Schälchen verteilt, ein schöner Anblick! Desserts sind eher unüblich. Dafür sorgt Sake, japanischer Reiswein, für wohltemperierte Abwechslung. Er wird in winzigen Porzellantassen angeboten.

Hände waschen

Japaner legen Wert auf Sauberkeit beim Essen. Zum Händewaschen verschwindet man aber nicht auf das nächste WC, sondern bekommt am Tisch ein warmes, feuchtes Tuch gereicht – Oshibori genannt. Ein angenehmes Ritual.

> Guten Appetit

Nicht „Guten Appetit“ heißt es zu Beginn einer Mahlzeit, sondern „Itadakimasu“ sagt der Japaner. Das bedeutet so viel wie „Ich fange an zu essen“. Mit dem Spruch „Gochiso sama deshita“ – „Danke für den Schmaus“ – beendet der Japaner seine Mahlzeit.

> Prost!

„Kanpai“ – „Prost!“ heißt es vor dem Genießen eines alkoholischen Getränks. Sake und andere alkoholische Getränke schenkt man sich in Japan gegenseitig ein. Jeder achtet darauf, dass die Gläser des anderen voll bleiben. Sich selbst lässt man einschenken.

> Schälchen auf Schulterhöhe

In Japan gehört es zum guten Ton, die Schalen zum Essen anzuheben und auf Schulterhöhe zu halten. Macht sich etwas vom Essen unbeabsichtigt selbstständig, fällt es zurück in die Schale und nicht auf den Tisch. Deckel werden zum Essen abgenommen und anschließend wieder auf die Schale gelegt.

> Suppe trinken

Suppe wird getrunken. Die Schale darf direkt an den Mund genommen werden. Feste Zutaten in der Suppe werden anschließend mit den Stäbchen herausgefischt. Manchmal gibt es auch einen Keramiklöffel. Eine Suppe wird immer mit allen anderen Gerichten zusammen verspeist und nicht als Vorspeise gereicht, wie wir es kennen.

> Reis schaufeln

Die Reisschale liegt in der einen Hand, die Stäbchen in der anderen. Der Reis ist extra so klebrig, damit mit den Stäbchen eine kleine Reismasse fassbar ist. Sojasauce wird übrigens niemals direkt über den Reis gegossen!

> Nudeln löffeln

Auch Nudeln lassen sich mit Stäbchen essen. Einfach die Nudeln mit den Stäbchen in den Mund löffeln. Die Schale darf dabei mit der Hand nahe am Mund gehalten werden. Schlürfen ist erlaubt.

> Sushi dippen

Sushi wird mit Sojasauce gegessen. Dazu taucht man das Sushi mit den Stäbchen in ein kleines Schälchen, das mit Sojasauce gefüllt ist – und zwar nicht mit der Reisseite, sondern mit der Belagseite. Und auch hier gilt: Niemals die Sojasauce direkt über das Sushi gießen. Große Sushistücke können mit der Hand gegessen werden.

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