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Weltkulturerbe japanische Küche

Wie gut kennen wir Europäer uns eigentlich in der Küche Japans aus? Welche Gerichte verbinden wir, mal abgesehen von Sushi, noch mit dem Land der aufgehenden Sonne? Fakt ist, dass wir die verschiedenen Kochstile Asiens gern durcheinanderwirbeln – dabei ist die Art zu kochen auf dem Kontinent von Land zu Land unterschiedlich. So wie es in Europa keine einheitliche Küche gibt, haben auch Japan, Thailand, Vietnam, Indonesien, China und die anderen Länder alle ihre typischen Besonderheiten.

Die japanische Landesküche, Washoku genannt, ist extrem eng mit der Kultur und der Philosophie im Land verflochten und wurde von der UNESCO sogar zum Weltkulturerbe erklärt. Nicht ohne Grund setzt sich das japanische Schriftzeichen „shoku“ für Essen aus den Schriftzeichen „Mensch“ und „gut machen“ zusammen: Essen tut den Menschen gut. So verstehen die Japaner die Kochkunst als festen Teil ihres täglichen Lebens und investieren viel Zeit in die Zubereitung von Nahrungsmitteln. Dabei neigen sie sehr zu Leichtigkeit und Perfektion: Kleine, einzeln angerichtete Speisen sichern, dass weder zu viel noch zu schnell gegessen wird; zudem wird der Ästhetik der fertigen Gerichte viel Aufmerksamkeit geschenkt – unter anderem durch kunstvolles Geschirr.

Besonderer Umgang mit Zutaten

Die Küche Japans greift in erster Linie auf saisonale und regionale Zutaten zurück. Vor allem Reis, Fisch und Gemüse landen auf dem Teller, denn den Japanern ist es wichtig, das ursprüngliche Aroma der Nahrungsmittel zu betonen anstatt es zu überdecken: Sie möchten die naturgegebenen Eigenschaften und den Eigengeschmack erhalten. Dies ist ein Grund dafür, dass die Inselbewohner traditionell nur zaghaft würzen und überdies kaum mit Fett kochen. Die besondere Auswahl der Produkte und deren Qualität sowie die Zubereitung werden oft herangezogen, um die auffallend hohe Lebenserwartung der japanischen Bevölkerung zu erklären.

Spuren der Vergangenheit

Dieser spezielle Zugang zu Lebensmitteln und deren Zubereitung hat sich schon vor Jahrtausenden gebildet. Aufgrund diverser Nahrungstabus haben die Japaner zum Beispiel rund 1000 Jahre lang kaum Fleisch gegessen: Das bedingte, dass sie den „Fett- Geschmack“ nicht sonderlich mochten, was sich auf die heutige Zubereitungsart ihrer Speisen ausgewirkt hat. Japanisches Essen ist meist fettarm, und da viel roh gegessen wird und oft Meerespflanzen dabei sind, ist es gesund und bekömmlich.

Auch Sojasauce hat Tradition

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass auch Sojasauce auf eine lange Tradition blickt. Unsere Kikkoman natürlich gebraute Sojasauce folgt seit 300 Jahren demselben Rezept. Nichtsdestotrotz sind die Japaner aber keineswegs eingefahren in der traditionellen Küche. Im Gegenteil: Sie sind aufgeschlossen ausländischen Gerichten gegenüber und lassen sich gern inspirieren.